Viel­leicht kennen Sie folgendes Szenario:

Gott sei Dank ist die Stelle endlich besetzt. 

Nach einem zeit­in­ten­siven Prozess (nicht selten reden wir über Monate) und dem Hoffen einer Zusage auf das Vertrags­an­gebot, muss nur noch die Zeit über­brückt werden, bis die Kündi­gungs­frist bei dem alten Arbeit­geber rum ist (in der Regel reden wir auch hier über Monate). 

Aber dann, dann ist es geschafft und endlich können wir zur Tages­ord­nung über­gehen.

Stopp. Was fehlt?

Richtig! Ein Einar­bei­tungs­pro­ze­dere. 

Und nein, damit ist nicht gemeint: „Hier haben Sie unser Orga-Hand­buch, lesen Sie sich das einmal durch!“. 

 

Für eine gelun­gene Einar­bei­tung bedarf es auf Kanz­lei­seite einer struk­tu­rierten Orga­ni­sa­tion. Ich fasse nach­fol­gend einmal ein paar Stich­punkte zusammen, die je nach Kanzlei abwei­chen bzw. ergänzt werden sollten: 

- Perso­nal­akte

- Meldung (Steu­er­be­rater, Kran­ken­kasse, HVV, sons­tige Stellen)

- Schreib­tisch, Stuhl, PC, eigene (!) Uten­si­lien

- E‑Mail-Adresse, Zugang PC, Hard-/Soft­ware bei Home-Office

- Schlüssel, Keycard etc.

- 1. Arbeitstag (Uhrzeit, welche Unter­lagen brau­chen Sie noch?)

- Schu­lung Programm

(ACHTUNG: Nur weil jemand schon mal mit dem Programm irgend­wann gear­beitet hat, heißt das nicht, dass er nahtlos einsteigt.)

 

Was ich jedem Arbeit­geber noch vor der Orga­ni­sa­tion ans Herz legen möchte, ist die Beglei­tung neuer Mitar­beiter (m/w/d) in den ersten Tagen und Wochen:

Stellen Sie einem neuen Mitar­beiter (m/w/d) jemanden an die Seite, der ihn einführt in Ihre Orga­ni­sa­tion. 

Einen Buddy, der mit ihm Mittag­essen geht, ihm den Kolle­gen­kreis vorstellt, ihm zeigt, welche Tassen im Schrank besser nicht benutzt werden, weil sie höchts­per­sön­li­ches Eigentum sind.

Jemanden, der ihm all die kleinen Beson­der­heiten erklärt, die nicht im Orga­ni­sa­ti­ons­hand­buch stehen.

Ich möchte an dieser Stelle ein Bewusst­sein schaffen, dass Sie hier gut inves­tieren, denn 

- Mitar­beiter (m/w/d), die sich ab Tag 1 wohl­fühlen, werden sich schneller in Ihre Prozesse inte­grieren (Alles geht leichter von der Hand, wenn die Umge­bung stimmt.),

- sie sind für Recruiter nicht „ansprechbar“ (Mitar­beiter (m/w/d), die gerade gewech­selt haben, werden sehr gern ange­spro­chen, weil sie in der Regel noch nicht gebunden sind und somit häufig auch beim „ersten Zeichen der Zeit“ wieder weg sind.),

- die Marke der Kanzlei wird positiv nach außen verstärkt (Ein Jobwechsel ist immer Gesprächs­thema im Freundes- und Bekann­ten­kreis. Viel­leicht holen Sie hier ganz nebenbei schon Ihren Mitar­beiter (m/w/d) von morgen ab?).

Wenn neue Mitar­beiter (m/w/d) zwischen­mensch­lich einge­fangen werden und sich wohl­fühlen, spielt es keine Rolle, ob der Arbeits­platz gleich vom ersten Tag an tipp­topp einge­richtet ist. 

Der Kontakt ist das Ausschlag­ge­bende, zumin­dest in den ersten Tagen und Wochen. Hier geht es für Sie als Arbeit­geber darum, dem umwor­benen Kandi­daten (m/w/d) zu zeigen, dass die Entschei­dung für Sie als Arbeit­geber, richtig war und ist.